Der italienische Stiefel ruft...

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Endlich Sonne – Anfahrt

Es war eine kurze Nacht, aber die Vorfreude auf ein paar Tage Auszeit im Süden ist hoch. Unser fahrendes zu Hause für die nächsten Tag ist schnell Start klar. Kaffeebecher auffüllen und los geht’s. An der Schweizer Grenze staut sich der Berufsverkehr etwas, aber sonst kommen wir bei herrlichem Regenwetter gut voran. Nach vier Stunden haben wir die südliche Seite des Gotthardtunnels erreicht und die Sonne begrüßt uns. Auf den Bergen liegt noch Schnee, aber unten im Tal sind es 12 Grad. Perfekt 🤩.

Loreto und Basilika zum Heiligen Haus

Um Mailand holt uns der Regen wieder ein. Aber an der Küste lässt es nach und schlussendlich kommt sogar die Sonne raus.
 
Unser Ziel heute ist Loreto mit seiner Basilika zum Heiligen Haus. Im Gotteshaus steht das Wohnhaus von Maria in dem sie aufgewachsen ist. Der Legende nach sollen es Engel hierhin getragen haben. Kann man glauben oder auch nicht. Dennoch ist diese Kirche sehr beeindruckend und eine der wichtigsten Wallfahrtsorte für die Katholiken.
 
Um diese Jahreszeit ist das Städtchen ziemlich leer und so konnten wir ohne riesige Touristenströme die Basilika besichtigen. Es ist so ausgestorben, dass sich kein Restaurant findet.
 
Kurzerhand kaufen wir in einem kleinen Krämerladen in der Nähe der Kirche ein. Die Verständigung klappt mit Händen und Füßen. Wir probieren uns durch verschiedene Käsesorten. In unserer Einkaufstüte landen frische Tagliatelle, rotes Pesto, Pecorino und eine Flasche Weißwein. Im Camper wird es gemütlich und die Pasta schmeckt hervorragend.

Nach Gargano

Weiter geht es 
Wir sind noch im Arbeitsmodus und dementsprechend früh wach. Es war eine ruhige Nacht. Nach dem wir unseren Abwasserrank entleert haben, machen wir uns um kurz vor 8:00 Uhr auf den Weg.
 
Erstes Ziel ein größerer Supermarkt um unsere Vorräte aufzufüllen. Seit dem 1.1.2025 darf man in die Schweiz nur noch Waren im Werte von 150€ pro Person einführen. Daher war unser Kühlschrank vor dem Einkauf sehr leer.
 
Mit ausreichend Lebensmitteln machen wir uns auf den Weg Richtung Gargano. Im Sommer sicherlich voll, ist es zu dieser Jahreszeit fast ausgestorben.
 
Wir fahren mal am Meer, mal kleine kurvige Straßen zwischen den Bergen. So richtig entscheiden, wo wir hin wollen, können wir nicht.
 
Und wie so häufig, finden wir unerwartet einen tollen Stellplatz. Die Anfahrt ist etwas abenteuerlich, aber wir haben ja Allrad. Wir stehen direkt, leicht erhöht, neben einem alten Aussichtsturm am Meer.
 
Ganz einsam und sogar mit Sonnenschein. Ich freue mich schon darauf beim Einschlafen der Meeresbrandung zu lauschen. Aber vor dem Schlafen, wird unser Gasbackofen eingeweiht. Es gibt Nudelauflauf mit Auberginen, Hackfleisch und Tomaten. Wunderbar!
 

Von Gargano nach Bisceglie

Wir sind gestern mit Blick auf die Sterne eingeschlafen und ich habe gehofft, dass wir morgens den Sonnenaufgang erleben können. Und tatsächlich bei den ersten Lichtstrahlen habe ich aus unserem Fenster geschaut und wir konnten den Sonnenaufgang aus dem Bett beobachten.

Was für ein einmaliger Stellplatz!

Gegen 8:00 Uhr sind wir aufgebrochen Richtung Monte Sant’Angelo. Die Fahrt dahin führt uns durch den Naturschutzpark: Laubwald, Moos und viele Kurven. Ein Parkplatz war schnell gefunden- zu dieser Jahreszeit kostenlos. 

Der Parkplatz lag perfekt zur Wallfahrtskirche Sant Michael – der Legende nach erschien im Jahr 492 der Erzengel Michael den Hirten. Die Kirche liegt in einer Grotte. Nachdem wir Stufen hinab gestiegen sind, befanden wir uns Mitten in einer heiligen Messe. Höflich haben wir draußen gewartet, aber wurden fast genötigt einzutreten. Es war interessant und emotional die Messe zu verfolgen – allerdings haben wir wenig verstanden. Dennoch den Friedensgruß und Amen. 

Anschließend haben wir noch ein wenig die Stadt erkundet. Eine kleinen lokalen Markt haben wir auch entdeckt. Es gab Rape (Stiehlkohl) zu kaufen, den ich so in Deutschland bisher noch nicht gesehen habe. Gibt es die nächsten Tage.

Gegen Mittag sind wir weitergefahren nach Bisceglie. Hier gibt es einen Campingplatz direkt am Meer, der auch im Winter auf hat.

Wir sind die Strandpromenade in die mittelalterliche Stadt gelaufen. In der Stadt war Nachmittags um 16:00 Uhr noch Siesta. Durch die engen Gassen zu schlendern war schön. Aber nicht mal eine Bar hatte auf. Also zurück an die Strandpromenade und eine kleinen Aperitivo in den letzten Sonnenstrahlen genießen.

In der Camperküche gibt es heute Burrata mit Tomaten vom Markt und Nudelauflauf von gestern.

Bari

Es hält uns nicht lange im Bett und so können wir uns früh auf nach Bari machen. Wir finden einen guten Parkplatz am Hafen und erkunden die Altstadt. 

Viele enge kleine Gasse und leider auch gerade die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes. Dennoch ist es ein schöner Bummel inkl. eines kleinen Flohmarktes. In einer Gasse verkaufen die Frauen direkt aus ihren Küchen heraus selbstgemachte Orecchiette. Genau die haben mir noch gefehlt zum Cima di Rape, den wir gestern gekauft haben. Das wird ein Festessen heute Abend. Wir schauen einen Marionettenmacher etwas bei der Arbeit zu und nach einem Café geht es wieder zurück zum Parkplatz.

Alberobello

Wir fahren weiter in 60Km entfernte Alberobello, das bekannt ist für seine Trulli Häuser und damit auch bei der UNESCO eingetragen wurde.

Es ist Mittagszeit, aber so richtig an dem Ort bleiben wollen wir nicht. Also auf ans Meer.

Leider gibt es keine freien Stellplätze am Meer und die anderen haben während des Winters geschlossen. Frühestens im April wird wieder aufgemacht. Schade ☹️.

Letztendlich finden wir einen Platz in Otranto. Nicht schön, aber zweckmäßig und Fernblick aufs Meer. Wir erkunden noch ein wenig die Stadt, bevor wir das Abendessen zubereiten. Ich habe vergessen ein Foto zu machen, aber die Orecchiette mit Rape waren hervorragend.

Unsere Tipps 

👉 Camping in Biscegli

Etwas versteckt und ganz ohne Schnickschnack liegt der kleine Camping Calla Batteria direkt an der felsigen Adriaküste bei Bisceglie. Hier findest du keine Animation, aber dafür:

  • eine entspannte, familiäre Atmosphäre,
  • fußläufige Entfernung zur Altstadt von Bisceglie,
  • und gute, ausgeschilderte Fahrradwege entlang der Küste.

Ideal für alle, die ein ruhiges Plätzchen mit Meerblick, Bewegung & mediterranem Flair suchen.

👉 Zur Website

👉Tipp: Ein besonderer Ort – Die Basilika vom Heiligen Haus in Loreto

Ein Zwischenstopp in Loreto lohnt sich – und das nicht nur für Pilger. Die imposante Basilika vom Heiligen Haus (Santa Casa) thront über der Adriaküste und zählt zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten Italiens.

Drinnen findest du die sagenumwobenen Mauern des Elternhauses Marias, kunstvoll umrahmt von Marmor und barocker Pracht. Der Platz davor lädt zum Verweilen ein – mit Weitblick bis ans Meer.

🎫 Informationen gibt’s hier: Basilika zum Heiligen Haus 

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